HDI
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IDD (Insurance Distribution Directive)

 

 
  IDD/Nachhaltigkeit 2022     IDD 2018  
 
Ab dem 02.08.2022 gelten zusätzliche rechtliche Anforderungen durch die Ergänzung der IDD. Diese betreffen vor allem die Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten in der 3. Schicht (insbesondere betrifft das die CleverInvest Privatrente).
Vertonte Präsentation zur eigenen Information und vertrieblichen Nutzung
Wie bereits zur Einführung der IDD hat HDI auch zur Ergänzung der IDD eine umfassende vertonte Präsentation erstellt. In Nachhaltigkeit im Versicherungsvertrieb - startklar ab August 2022 werden vertrieblich wesentliche Themen wie die Ermittlung von Nachhaltigkeitspräferenzen, Zielmarktbestätigung und Auswahl nachhaltiger Fonds ausführlich erläutert.
 
Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen bei Versicherungsanlageprodukten
Die erheblichste Auswirkung der IDD-Ergänzung für den Vertrieb ergibt sich bei der Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten: Vermittler müssen das Thema Nachhaltigkeit in die Beratung aufnehmen. Zum einen müssen dem Kunden die Thematik „Nachhaltigkeit in der Anlage“ sowie die Möglichkeit zur Auswahl von Nachhaltigkeitspräferenzen im Beratungsgespräch erläutert werden. Zum anderen müssen Nachhaltigkeitspräferenzen beim Kunden abgefragt und im Rahmen der Beratung und Empfehlung berücksichtigt und dokumentiert werden. Das erfolgt zum Abschluss der Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung.

Im HDI FondsGuide sind im ersten Schritt diejenigen Fonds gekennzeichnet, die entweder zu einem Mindestanteil nachhaltige und/oder ökologisch nachhaltige Anlagen enthalten und/oder nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen berücksichtigen. Sofern ein Kunde also angibt, nachhaltige Fonds grundsätzlich einbeziehen zu wollen, allerdings keine konkreten Präferenzen auswählt, können ihm alle im HDI FondsGuide als nachhaltig gekennzeichneten Fonds angeboten werden.

Das bekannte Tool zur Auswahl eines Anlageportfolios kann somit auch für Kunden mit „allgemeinem Nachhaltigkeitsinteresse“ unverändert genutzt werden. Aufgrund der aktuellen Datenlage ist derzeit noch keine systemgestützte Berücksichtigung individueller Nachhaltigkeitspräferenzen möglich. HDI wird auf die sich zunehmend verbessernde Datenlage reagieren und eine vertriebsunterstützende Unterlage zur Verfügung stellen. Das betrifft insbesondere eine laufende Aktualisierung der Nachhaltigkeitsinformationen zu einzelnen Fonds.

Ab dem 02.08.2022 muss auch der Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Zielmarktbestätigung berücksichtigt werden. Neu hinzugekommen ist dadurch eine weitere Auswahlmöglichkeit: Der Kunde nennt bestimmte Nachhaltigkeitspräferenzen, denen mit der vorhandenen Fondsauswahl und den verfügbaren Informationen dazu nicht entsprochen werden kann - das heißt, das Produkt kann so nicht als diesen Präferenzen entsprechend empfohlen werden. An dieser Stelle gibt es die Möglichkeit, dass der Kunde nach einer entsprechenden Erläuterung durch den Berater seine Nachhaltigkeitspräferenzen anpasst: Entweder verzichtet er angesichts der sonstigen Eignung des Produktes auf die Berücksichtigung seiner Präferenzen oder er passt sie an, so dass ihnen entsprochen werden kann.
 
Neue Unterlagen stehen ab sofort zur Verfügung
Es gibt eine aktualisierte Datei der Beratungsdokumentation inkl. Geeignetheits-/ Angemessenheitsprüfung (White-Label) und einem zugehörigen Beiblatt. Diese Unterlagen können als Orientierungshilfe genutzt werden.

Versicherungsunternehmen müssen zukünftig unter anderem ihre Zielmarktdefinition um Nachhaltigkeitsziele erweitern, die im Rahmen der Vermittlung ggf. zu berücksichtigen sind. Die Zielmarktdefinitionen zu den Lebensversicherungsprodukten wurden entsprechend ergänzt.
 
Die Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive –kurz IDD) regelt den Vertrieb von Versicherungen in der EU. Sie schreibt gleiche Standards und Informationspflichten gegenüber Kunden in der Beratung für alle Vertriebskanäle vor. Ab dem 23.Februar 2018 müssen die Regeln von Versicherern und Vermittlern sowie ihren Mitarbeitern verbindlich eingehalten werden.

 
Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:
 
Produkte:
Das bisherige Produktinformationsblatt (PIB) wird durch das Informationsblatt zu Versicherungsprodukten ersetzt. Beachten Sie bitte den Reiter "Informationsblätter zu Versicherungsprodukten". In Leben ist das Dokument ab 30.09.2018 im Angebotssystem verfügbar. Zudem wurde das Basisinformationsblatt für Versicherungsanlageprodukte eingeführt. Marketingunterlagen und Vertriebspartnerinformationen wurden gekennzeichnet, um sie von vorvertraglichen Informationen abzugrenzen.
 
Im Rahmen von Produkteinführungen oder -änderungen erhalten Vermittler auf dem üblichen Weg Informationen zum definierten Zielmarkt und der Vertriebsstrategie. 
 
Beratung:
Bei jedem persönlichen Erstkontakt müssen Sie Ihren Vermittlerstatus dem
Kunden gegenüber klar und deutlich offenlegen. Neu ist, dass Sie nun Art und
Quelle Ihrer Vergütung darlegen. D.h. Sie geben an, dass Sie eine Vergütung vom
Versicherer erhalten. Dieser Hinweis muss auch auf Ihrer Vermittlerhomepage erscheinen.
Die Offenlegung der Höhe der Vergütung ist nicht erforderlich.
 
Nach Aufnahme der Kundenwünsche und -bedürfnisse stellen Sie eine persönliche Produktempfehlung mit Begründung aus.
 
Händigen Sie bitte im Beratungsgespräch das neue Informationsblatt zu Versicherungsprodukten (aus den Angebotssystemen) bzw. das Basisinformationsblatt für Versicherungsanlageprodukte (auf HDI.de) aus.
Füllen Sie das Beratungsprotokoll aus und archivieren es.
 
Bei Versicherungsanlageprodukten halten Sie bitte die erweiterten Frage- Hinweis- und Dokumentationspflichten ein. Beachten Sie dabei bitte die erforderliche Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung.
 
Vergütungs- und Anreizsysteme:
Die Vergütung darf sich nicht nachteilig auf die Qualität der Kundenberatung und Wohlverhaltenspflicht auswirken. Zu Verkaufszielen, die Fehlanreize auslösen können, gehören z.B. Erfolgsvereinbarungen, Staffelvergütungen oder Incentivereisen.
 
Loben Sie keine Verkaufsziele an Untervermittler aus, die gegen das Kundeninteresse wirken (z.B. Verkauf bestimmter Mengen unabhängig von Kundenbedürfnissen).
 
Stellen Sie Kunden keine Vergütung in Aussicht, damit diese einen Vertrag abschließen (Sondervergütungs-/ Provisionsabgabeverbot). Zuwendungen und Geschenke bis 15 Euro sind pro Jahr und pro Versicherungsvertragsverhältnis erlaubt.
 
Qualifizierung:
Vermittler und künftig auf Mitarbeiter im Innendienst, die an der Vermittlung beteiligt sind, müssen sich mit 15 Stunden pro Jahr weiterbilden.